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Wenn Apple sich entschuldigen muss…

Mal ehrlich, welcher halbwegs informierte Mensch hätte denn wirklich Gedacht, dass Apple seine Pflicht zur Entschuldigung oder Anerkennung auf herkömmliche Art und Weise nachkommt? Apples Rechts- & Marketingabteilungen glänzen- unterstützt mit einer Steilvorlage von Richter Colin Birss.

Colins Aussagen zum Apple iPad:

… The design looks like an object the informed user would want to pick up and hold. It is an understated, smooth and simple product. It is a cool design.”

und zum Samsung Galaxy Tab:

… They do not have the same understated and extreme simplicity which is possessed by the Apple design. They are not as cool.”

Das volle Statement gibt es hier zu lesen: http://www.apple.com/uk/legal-judgement/

Das Apple Maps Drama – es gibt wirklich schlimmeres!

Inzwischen hat es sich herum gesprochen: Kurz vor der WWDC präsentierte Google neue Funktionen  ihrer Maps.app exklusiv für Android und verweigerte Apple die Turn-by-Turn Navigation für iPhone Benutzer. Diesen Wettbewerbsnachteil konnte Apple nicht hinnehmen und löste den Vertrag mit Google 1 Jahr vor Ablauf. Seit 2007 hatte Google Maps einen festen Platz auf dem Homescreen. Jahrelang lieferte Apple wertvolle Daten der Benutzer (Suchanfragen, usw.) an Google, konnte daraus nun aber keinen Vorteil ziehen. Folglich flog Google Maps (ebenso wie die Youtube.app) aus dem iOS6 raus und wurde durch Apples eigenen Dienst ersetzt.

Die Entscheidung kommt wenig überraschend, denn bereits vor Jahren heuerte Apple Mitarbeiter für einen eigenen Kartendienst an und kaufte sich das Know-how u.a. mit der Übernahme verschiedener Firmen.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen:

  • Fast weltweite Abdeckung mit vektorbasierten Karten
    (deutlich kürzere Ladezeiten als Google Maps, wenig Speicherverbrauch – dadurch größerer Zwischenspeicher)
  • Für Deutschland: Zum großen Teil aktuellere Satellitenbilder als bei Google Maps
  • Turn-by-Turn Navigation mit Siri (Sprachein- und -ausgabe)
  • Routenberechnung und Verkehrsmeldungen via TomTom
  • Details zeigen sich dynamisch beim reinzoomen
  • Flyover bietet 3D Ansichten verschiedener Städte (ähnlich Nokia 3D Maps) – für Deutschland: Berlin und München
  • POI via Yelp! und andere Dienstanbieter

Sicherlich kann das Kartenmaterial hier und da noch besser (OpenStreetMap strotzt regelrecht vor Details, die Satellitenbilder farblich besser abgestimmt und detailreicher werden. Aber diese Daten existieren bereits und “müssten nur” eingebunden werden. Für die adressgenaue Navigation von Leipzig nach Berlin ist das Kartenmaterial aber mehr als ausreichend!


Schwerwiegender sind momentan die Lücken in den POI’s, welche u.a. von Yelp! geliefert werden.

Beispiele:

  • Restaurants u.a sind noch nicht Flächendeckend eingepflegt
  • Eine Suche nach Tankstellen führt auch mal zum Lidl-Discounter, welcher auch ein paar Tankstellen unterhält.
  • Teilweise alte, falsche Einträge verschiedenster POI’s

Natürlich ist sowas störend, aber jetzt mal ganz ehrlich, was verlangt man denn? Glaubt man wirklich, Apple könne innerhalb weniger Jahre das Know-how von Google aufholen? Nein, denn ein Kartendienst benötigt neben Mitarbeitern auch Zeit und Daten. Daten die von Benutzern kommen um Kartenfehler zu melden, Yelp! Bewertungen schreiben und den Dienst mit neuen Informationen versorgen. Google hat hier eindeutig mehrere Jahre Vorsprung und darf sich momentan Spielereien widmen. Es ist nicht möglich das innerhalb weniger Monate komplett aufzuholen.

Zugegeben, Apple Maps ist ein Jahr zu früh auf den Markt gekommen. Dieses eine Jahr hätte dem Dienst sicherlich noch gut getan, denn man erntet momentan genug Kritik und Spot. Apple war jedoch im Zugzwang und musste so entscheiden. Apple Maps ist nicht perfekt, aber brauchbar. Google Maps vertraue ich jedoch auch nicht blind…

Für diejenigen, die dennoch nicht auf Google Maps verzichten möchten: Legt euch http://maps.google.deauf den Homescreen. Solange noch keine App. für Google Maps erschienen ist, wird das der beste Weg sein. Hier bekommt ihr alles: Navigation, Karten, Satellitenbilder, Suche nach Orten. Bald sogar mit Streetview.

Samsung unterliegt im Patentstreit mit Apple

A m 24. August 2012 entschied die Jury in San Jose über den monatelangen Rechtsstreit zwischen Samsung und Apple. Zur Aufgabe stand, nachdem man sich dem Anwalt-Kindergarten widmen musste, über 700 Fragen zu beantworten, die Richterin Lucy Koh verfasst hatte. Nicht immer fielen die Antworten zu Gunsten Apple aus, aber letztendlich wurden alle Forderungen von Samsung abgewiesen.

Für Apple bedeutet dieser Sieg weitaus mehr, als man sich im ersten Augenblick vorstellen kann. Ging es bei diesem Streit nicht nur darum, ob Samsung die Hausaufgaben abgeschrieben hat, sondern ob Apples Patente gerechtfertigt und gültig sind.

Die zweifelsohne verletzten Patente werden nun dem “freiem” Android und den mit ihm verbundenen Geräteherstellern zusetzen. Microsoft macht es bereits vor: Sie bekommen gut 5 US-$ von HTC und eine unbekannte Summe von Samsung pro verkauftem Android Gerät.

Für Samsung bedeutet das Urteil neben einer Zahlung des Schadenersatzes von 1.049.393.540,00 US-$ auch eine Schmach gegenüber ihren Kunden und anderen Herstellern.

Auch ohne Urteil war es offensichtlich: Samsung baut seine Software (Notizen, Kamera, Telefon, SMS, Scrollverhalten) und Hardware (Verpackung, USB-Kabel, Geräteform) nach dem Vorbild seiner Mitbewerber. Mit dem S3 hat Samsung konnte Samsung beweisen, dass es auch anders geht. Zwar nicht gut, aber immerhin mit ein eigener Innovation.

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